Redaktionelle Grundsätze

Wofür diese Grundsätze gelten

Diese Regeln gelten für jeden Beitrag auf Seelentakt, von der Einführung in eine Achtsamkeitsübung bis zur Einordnung eines Therapieverfahrens. Sie sind für alle verbindlich, die für uns schreiben oder redigieren.

Belege vor Behauptung

Wir stützen uns auf überprüfbare Quellen: Leitlinien der Fachgesellschaften, systematische Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen, Publikationen aus begutachteten Fachzeitschriften und dokumentierte klinische Praxis. Einzelne Studien mit kleiner Stichprobe tragen keine allgemeine Empfehlung.

Die Qualität der Evidenz benennen wir im Text. Der Unterschied zwischen einer Meta-Analyse randomisierter Studien, einer Beobachtungsstudie und einem Erfahrungsbericht wird bei uns nicht verwischt. Wo eine Wirkung nur für eine bestimmte Gruppe belegt ist, sagen wir für welche. Wo die Studienlage dünn oder widersprüchlich ist, schreiben wir das hin, statt die Lücke mit Zuversicht zu füllen.

Beliebt ist nicht belegt

Viele Konzepte in diesem Feld sind populärer als ihre Datenbasis. Wenn ein Modell in der Fachwelt umstritten ist, kennzeichnen wir es als umstritten, auch wenn es millionenfach geteilt wird. Aus einem plausiblen Wirkmechanismus wird bei uns keine belegte Wirkung, und aus einer Korrelation kein Ursache-Wirkungs-Verhältnis.

Keine Diagnose, keine Therapie

Wir stellen keine Ferndiagnosen, empfehlen kein Verfahren für einen individuellen Fall und geben keine Dosierungshinweise. Wir veröffentlichen keine Selbsttests, die als diagnostisches Instrument gelesen werden könnten, und keine Anleitung, die zum Absetzen einer Behandlung rät.

Jeder Beitrag zu einem klinischen Thema verweist darauf, dass die Einschätzung im Einzelfall einer qualifizierten Fachperson vorbehalten ist. Bei Themen mit erhöhtem Risiko nennen wir konkrete Anlaufstellen.

Berichterstattung über Suizidalität und Selbstverletzung

Bei diesen Themen halten wir uns an die anerkannten Empfehlungen für zurückhaltende Berichterstattung: keine Beschreibung von Methoden, keine Details zu Orten oder Abläufen, keine Darstellung, die eine Handlung als Lösung erscheinen lässt. Stattdessen benennen wir Warnsignale, Wege aus der Krise und Hilfsangebote. Auch Kommentare mit Methodendetails entfernen wir.

Sprache und Haltung

Wir schreiben über Menschen, nicht über Fälle. Wir vermeiden Formulierungen, die Betroffenen die Schuld an ihrer Erkrankung geben, sowie Diagnosen als Alltagsvokabel. Reißerische Zuspitzungen und Heilsversprechen gibt es bei uns nicht.

Themenauswahl

Über Themen entscheidet allein die Redaktion. Ausschlaggebend sind der Nutzen für unsere Leserschaft, offene Fragen aus Zuschriften und neue Leitlinien oder Übersichtsarbeiten. Reichweite ist ein nachgeordnetes Kriterium und nie der einzige Grund für einen Beitrag.

Wer bei uns schreibt

Unsere Beiträge stammen von Autorinnen und Autoren mit fachlichem Hintergrund im jeweiligen Gebiet. Jeder Text wird vor Veröffentlichung von einer zweiten Person gegengelesen, die auf Belege, unzulässige Versprechen und Risikohinweise achtet.

Werbung, gesponserte Inhalte und Empfehlungen

Seelentakt finanziert sich über Werbung. Redaktion und Vermarktung sind getrennt. Kein Werbepartner erhält Einfluss auf Themen, Bewertungen oder Formulierungen, und niemand sieht Beiträge vor Veröffentlichung ein.

Bezahlte Beiträge kennzeichnen wir eindeutig als Anzeige oder gesponserten Inhalt, sichtbar am Anfang des Textes. Führt ein Verweis im Fall eines Kaufs zu einer Vergütung, weisen wir darauf hin. Anbieter von Apps, Coachings oder Präparaten prüfen wir nach denselben Maßstäben wie jedes andere Thema; eine wohlwollende Besprechung ist nicht käuflich.

Bilder

Wir verwenden Bilder aus lizenzierten Beständen. Erforderliche Urhebernennungen stehen an der Abbildung. Wir verzichten auf Darstellungen, die psychisches Leid dramatisieren oder ästhetisieren, und auf Bilder, die eine Handlung nahelegen könnten. Sehen Sie ein Bildrecht verletzt, melden Sie das bitte der Redaktion.

Korrekturen

Sachliche Fehler korrigieren wir, sobald sie belegt sind. Wird ein Beitrag inhaltlich geändert, vermerken wir am Text, was geändert wurde und wann. Reine Rechtschreibkorrekturen bleiben unvermerkt. Beiträge werden nicht stillschweigend entfernt, um Kritik auszuweichen; erweist sich ein Text als in wesentlichen Teilen unhaltbar, ziehen wir ihn zurück und erklären den Grund an gleicher Stelle.

Aktualisierung

Beiträge zu Verfahren und Studienlage prüfen wir regelmäßig und tragen das Datum der letzten Prüfung ein. Ändert eine neue Leitlinie die Aussage eines Textes, aktualisieren wir ihn oder nehmen ihn vom Netz.

Hinweise an die Redaktion

Kritik, Korrekturhinweise und Hinweise auf neue Studien nehmen wir unter [email protected] entgegen. Wir gehen jedem sachlich begründeten Hinweis nach.